Wenn er nicht bei ihr wäre, wie würde sie nach seinem Trost suchen in ihrer Seeleneinsamkeit! Sie fürchtete sich ohne ihn. Es grauste ihr bei dem Gedanken, daß er gehen würde. Das wußte er – er mußte bleiben.
Sie kritzelte langsam, langsam – draußen das Amsellied.
Sie schaute ihn an, er solle den Zettel lesen. – –
»Nehmt das Entsetzen von mir, die schwere, nasse Erde – den engen Sarg – das Grausen – die tote Einsamkeit. Begrabt mich nicht!!! Das Feuer ist besser. Verbrennt all das, was so viel sein wollte – so viel! Das unbeschreiblich Lebendige – das Ruhmsüchtige – das Thörichte, das was so gern – so unaussprechlich gern gelebt hätte.«
Er hat gelesen und sieht sie an, treu und fest. Sie kann sich auf ihn verlassen.
Jetzt greift sie nach einem Fläschchen, das neben ihr steht.
»Willst du einnehmen?«
Sie nickt.
»Soll ich's dir geben? Hast du kein Löffelchen?«
Sie hat es schon aus dem Fläschchen getrunken. Jetzt liegt sie still. Köppert wundert sich, daß niemand kommt. Aber es ist gut so.