Er giebt Köppert das Fläschchen. Der sieht kühl darauf hin – dann mit einem langen Blick auf seinen Kameraden – und beugt sich über sie und sieht in das Gesicht, über dem der schwere, tiefe Schlaf schon liegt – und sieht auf das, was das Schicksal ihm bisher an Menschenglück geboten – in welcher Gestalt!
Mit Qual beladen – und doch – wochen-, monatelang hatte ihm die Glücksflamme gebrannt. Immer gefährdet, erstickt zu werden, wie eine Flamme, über die giftige Nebel sich legen. Aber sie hatte gebrannt. Es war das echte Feuer gewesen.
Die Riesenfaust hatte über den Berg gelangt und drückte den göttlichen Funken aus. Da war nichts zu machen.
Er erhob sich aus der tiefgebückten Stellung. Und noch ein langer, tiefer Blick auf das Gesicht in den weißen Kissen, für ihn das Gesicht der Gesichter.
In den tiefen Schlaf hat sie das Bild vom geretteten Goldkarpfen mitgenommen, den huschenden Goldstreifen im freien Wasser. Die unverhoffte Freiheit – die Hoffnung. Das war gut so – –
›Merkwürdig, barmherzig!‹ dachte er.
»Ich werde zum Arzt gehen,« sagte Köppert, und ging leise hinaus.
Da saß Freund Gastelmeier vor dem Tisch, die Arme aufgestützt, den Kopf in den Armen vergraben und war eingeschlafen.