Da lachte sie über ihn. Der Zug kam in Bewegung; es keuchte, dampfte, brauste, pfiff, dröhnte, läutete.

Die Beschreibung vom Rangierbahnhof kam ihr in den Sinn und sie rief: »Du, mit der Salzstraßen, daß du mir das nicht versäumst!«

»Gleich wird's gemacht!« rief er ihr noch von weitem zu – und dann »Grüße, Grüße an die Alten oben« – und fort war er.

Das junge Mädchen sah dem Zuge nach, die Augen wurden ihr trüb. – Zwei Thränen rollten die frischen, von der Kälte geröteten Wangen herab.

»Der thut sich leicht,« seufzte sie erregt. »Das hätt' er jetzt sehen sollen! Herr du mein Gott!«

Sie wischte sich die Thränen weg und ging festen Schrittes zum Schlitten.

»Sepp,« sagte sie. »Besorg, was du zu besorgen hast und komm mir nach.«

Der Alte nickte und das Mädchen ging vorwärts, leichtfüßig, als wög' das Herz ihr nach dem Abschied kein Quentchen, und sie trug doch schwer daran – Abschiedsschmerz ist keine leichte Sache. Das hätte ihr aber einer jetzt ansehen sollen!

»Mit dir, du dummer Bub, werd' ich wohl fertig werden!« sagte sie im schnellen Gehen vor sich hin. »Wär' nicht übel.« Und da klang ein Jodler durch die frische Kälte in die Einsamkeit hinaus – so ein Jodler, der alles, was das eingeengte Menschenherz beschwert, wie auf großen Flügeln über die stillen Berge und Thäler trägt.