»Jawohl, mein Herr,« unterbrach sie ihn mit Grandezza. »Bitte, treten Sie ein.«

»Ich erlaube mir, Sie darauf aufmerksam zu machen, daß Ihr Läutwerk nicht in Ordnung ist. Da Sie Mieter erwarten, scheint mir das nicht ganz praktisch zu sein,« sagte er, während er der Dame durch einen dunkeln Korridor folgte, und bekam zur Antwort, daß es allerdings in Ordnung sei.

»Wir dämpfen die Glocke etwas ab,« sagte die Dame. »Das Leben bringt genug Lärm und Unruhe mit sich.«

»So,« sagte Gastelmeier und dachte bei sich: ›Was hat denn so ein altes Fräulein unter Lärm und Unruhe zu leiden, wenn es im Garten, dritten Stock im Hinterhaus, wohnt, und nicht einen Rangierbahnhof gegenüber hat.‹

Die unruhigen großen Augen der Dame aber sprachen auch nicht von Ruhe und Behagen.

›So ältliche Fräulein, die machen immer Geschichten und geben keine Ruhe und könnten es so gut haben,‹ philosophierte er weiter in dem Thema, über das er nicht viel Erfahrung besaß. Bisher hatte er sich um ältliche Fräulein herzlich wenig Sorge gemacht.

»Bitte treten Sie ein, das ist das Zimmer.«

Er war bereit, einzutreten; aber die Thüre zeigte sich verschlossen.

»Herrgott, wer wird nun den Schlüssel haben!« sagte die Dame ziemlich fassungslos, als wenn dieser Schlüssel unwiederbringlich in einen Abgrund gestürzt wäre.