»Emil,« rief sie laut und so, als hätte sie schon hunderttausendmal auf die gleiche Art »Emil« gerufen.

›Sie hat einen Emil,‹ dachte Gastelmeier ohne weitere Kritik.

Aber Emil kam nicht.

»Bitte,« sagte die Dame wieder sehr fein, und diesmal sollte es bedeuten, daß er etwas zu warten habe.

Sie verschwand in der gegenüberliegenden Thüre und kam eine geraume Weile nicht wieder. Endlich öffnete sich dieselbe Thüre, der vergeistigte Kopf kam zum Vorschein – und: »Bitte,« sagte die Dame so ausdrucksvoll, daß Gastelmeier nicht in Zweifel war, daß er in die eben geöffnete Thüre einzutreten habe.

In dem Zimmer saß Emil, ein dicker Bursche von sechzehn bis siebzehn Jahren; nachlässig hockte er auf einem alten Lehnstuhl und hielt die Zeitung in der Hand.

»Emil, besinn dich doch!« sagte die Dame ganz verängstigt und erregt.

Emil hatte sich bei dem Eintreten des Fremden erhoben.

»Mama,« sagte er, »den hast du – da weiß ich nix.«