»Emil,« rief sie mit einmal heftig: »Sieh her!«
Emil grunzte und beguckte sich die Sache.
»Weshalb hattest du denn so gepatzt? Faul – faul – faul! Das ist's. Wie sitzt du denn? Wie kann ein Mensch so arbeiten? Mama, du hast ihn wieder krumm wie einen Engerling dahängen lassen.«
›Engerling ist gut,‹ dachte Gastelmeier. Er ist wirklich so ein weißer, dicker Bursche ohne Glieder; es hängt alles an ihm herab, die Arme, die Beine, der Kopf. Zu seiner Verwunderung sagte jetzt auch Emil: »Bravo! – Engerling! Sehr gut! Faltiger Elefant – Wachskerzen – Spitaler – und so weiter. Du hättest Unteroffizier werden sollen.«
»Ja, ich wollte,« sagte sie, »es käm' einer über dich, so ein rechter Teufel.«
Olly schenkte sich Thee ein, setzte sich auf die äußerste Stuhlkante und nahm sich ein Brötchen. Das Mädchen war von einer unglaublichen Lebendigkeit im Blick und in der Bewegung. Sie schien immer vollkommen munter und aufgeweckt zu sein. Gastelmeier sah sie sich mit Vergnügen an.
»So ein Pferd,« sagte Emil zu ihr.
»Bitte,« antwortete sie ihm kühl, »wen meintest du?«
»Na – das ist auch gerecht. Die schimpft, wie's ihr paßt, sie selber will aber mit Sammetpfoten angefaßt werden.«
»Allerdings,« sagte Olly. »Das will ich auch!«