»Na, ja – ich meine ja auch mit dem Pferde nur: am Morgen rennst du um acht Uhr ins Atelier und bleibst bis Mittag, dann geht's wieder los und dazwischen galloppierst du mit Kreuz- und Seitensprüngen wie in der Manege, dann läufst du zum Aktzeichnen und« – nun wandte er sich an Gastelmeier – »wenn sie heimkommt, ist sie so fidel wie der Teufel und ich muß es ausbaden. Dann kommt sie über mich.«

Gastelmeier erfuhr auf seine Frage, daß Olly ihren Bruder für die Akademie vorbereite – aus Ersparnis. »Es ist kein Eifer in ihm,« schloß sie ihre Mitteilung.

Gastelmeier fragte, weshalb er gerade die Malerei zum Beruf gewählt habe.

»Künstler ist das einzig Menschenwürdige,« sagte die Dame zum erstenmal etwas lebhafter.

Emil räusperte sich: »Maler? – ebenso, wie einer Jurist wird.«

»Emil, ums Himmels willen, das ist doch nicht so bei dir?« rief Olly.

»Wer hat's denn behauptet?« meinte Emil gemütsruhig.

»Weshalb sagst du's dann?«

»Eben so.«

»Ja, was sollte mein Sohn denn wählen?« setzte die Mutter wieder ein. »Die Künstlerschaft liegt ihm im Blute. Für was andres hat er auch keine Begabung. Aus dem Gymnasium haben wir ihn genommen so bald als thunlich. Er braucht nicht zu dienen, er ist nicht deutscher Unterthan.«