»Da ist sie nicht mehr!« sagte Annele.
»In der Garderobe,« meinte Gastelmeier ganz fassungslos.
»I wo, die ist fort!« erklärte Annele bestimmt. »Gehn wir g'schwind in die Garderob' und holen wir die Sachen!«
Gastelmeier stürzte fort und kam bald mit den Sachen für alle drei zurück.
»Die hast du wenigstens schnell derwischt,« meinte sie, und nun liefen sie miteinander die steile, mit Straßenschmutz bedeckte Treppe hinab, an den vertrockneten Bäumen vorüber, hinaus ins Freie.
Gastelmeier nahm einen Wagen, half Annele hinein, gab dem Kutscher Anweisung, und nun ging's vorwärts, während jedes der zwei zu einem Fenster hinausschaute. So mußten sie das schöne gekränkte Geschöpf auf seinem Heimweg einholen und entdecken. Der eisige Märzwind hatte Schnee gebracht und spielte mit den Flocken, trieb sie vor sich her, wehte sie von den Dächern herab, türmte sie an den Straßenecken auf, klebte sie an die Häuserwände wie eine dichte Decke und trieb tausenderlei Unfug mit seinem Spielzeug. Und in dieses Treiben war das arme, zarte Ding hineingeraten.
»Nicht zu schnell fahren,« rief Annele dem Kutscher zu, »damit wir sie nicht übersehen.«
»Sie wird doch auch den Weg nach Hause zu gegangen sein?« fragte Gastelmeier schüchtern.
»Freilich,« sagte Annele. Und als sie über den Odeonsplatz fuhren, sah sie einen kleinen, schwarzen Schatten an dem Hofgartenthor.
»Da ist sie!« rief sie dem Kutscher zu, und kaum daß sie gehalten hatten, sprang sie hinaus.