»Was denn?« sagte Olly wie erstickt. Sie hatte heute nach der Zeitung gefragt, aber ihr Mann hatte ihr gesagt, daß sie nicht gekommen wäre. Er wußte also – er hatte es ihr verheimlicht. – Da war es gekommen.

»Weißt du's gar net?« fragte Emil und sah seine Schwester an, der die Qual, die sie litt, in den Augen geschrieben stand. »I wo, du wirst wohl außer dir sein, wegen so einer Lumperei! – Gar net.«

Olly war stehen geblieben, ihr schwindelte, sie sagte kein Wort, sie fragte nicht, sie ging unwillkürlich weiter. Weshalb sollte sie fragen?

Wie ihr auf einmal die Kälte bis ins innerste Mark ging! Wie trostlos war alles – so winterlich, so tot, das Hetzen der Leute, der Lärm auf der Straße – alles häßlich! Und wie sie fror!

Am Karlsthor sagte sie, nachdem sie bisher ganz stumm gegangen war: »Wir wollen einen Wagen nehmen.«

»Meinetwegen, wenn du so üppig sein willst.« Und sie stiegen mit ihrem Fisch ein.

»Deine Lippen sind ganz weiß,« sagte Emil.

»Albern.«

»Doch.«

»Nein,« sagte Olly, »es ist mir ganz gleichgiltig. Mögen sie sagen, was sie wollen, meinetwegen. Häßlich ist's oft genug, was ich mache, abstoßend, aber es lebt – ja es lebt eben, – da mögen sie sagen, was sie wollen.«