»Wir reden nicht mehr davon, wenn sie nicht anfängt,« sagte Gastelmeier.

Sie fing nicht an, benahm sich, als wäre nichts geschehen. Den Fisch ließen sie in einem großen Wasserschaff schwimmen, in dem es ihm sehr wohl zu sein schien. Auch sah er wunderhübsch darin aus.

Als die Köchin ihn abschlachten wollte, verbot Olly dies. »Nein, er soll leben,« sagte sie.

»Na und?« fragte die Köchin und lachte und dachte bei sich: ›Die spinnt einmal wieder!‹

»Nimm grüne Heringe, das sind auch Fische,« sagte Emil, der in der Küche gerade beim Karpfen war.

»Also bringen Sie grüne Heringe,« sagte Olly.

»Da heißt's aber laufen, Köchin,« meinte Emil, »die kriegt man später nicht mehr, ich weiß schon, wir haben sie immer gewollt, aber nie bekommen. Laufen Sie schnell!« Er spritzte sie mit dem Karpfenwasser gewissermaßen zur Küche hinaus.

Emil war sehr familiär und flegelhaft mit jeder Köchin, die sie daheim gehabt hatten. Das machte, er war immer der Kamerad der Köchin gewesen, er als der Wirtschaftlichste im Haus, und dann sah er in den Köchinnen Geschöpfe, die zu seinem Gaudium da waren. Er spielte ihnen allerhand Streiche, spritzte sie mit Wasser, warf ihnen die Asche in die Küche, die Kohlen die Treppe herab, wenn sie den Kohlenkasten den halben Tag vor der Korridorthüre stehen ließen, schrieb ihnen Ungezogenheiten mit Kreide auf den Küchentisch, rahmte langbewährte Eierflecken auf Töpfen und Tassen mit Tinte ein und schrieb das Datum, an dem so ein Fleck entstanden war, darunter. Oder er legte einen großen Zettel unter schlecht abgewaschene Tassen, Schüsseln oder Töpfe und schrieb darauf: »Diese Töpfe sind ungebraucht!!!« Darunter schrieb er: »Reinlichkeit!!« dick unterstrichen, und: »Lassen Sie den Zettel liegen, den brauch' ich doch noch ein paarmal.«

Er war der Gefürchtete bei den Köchinnen gewesen, ohne ihn wäre die Wirtschaft in der Blütenstraße völlig in sich zusammengefallen.