Der Schlitten aber fuhr jetzt thalab unter einzelnstehenden schneegebeugten Edeltannen hin, zwischen den hohen weißen Dämmen, die der mächtige Schneebrecher von Rohrmoos aufgeschichtet hatte.
Die knorrigen Latschkiefern, das Unterholz, das Eichengestrüppe, die niedern Nadelbäumchen, waren so vergraben unter der schimmernden Last, daß man nicht ahnen konnte, was unter dem Schnee für sonderbare Gestalten steckten. Es war, als hockten überschneite Bärenfamilien in den tollsten Sprüngen erfroren unter dem Schnee, oder närrische Kerle, die miteinander schwatzten, zu einander gebeugt, oder tanzende Hexen, springende Schweine, zusammengekauerte Gestalten aller Art. Eine ganze Rätselwelt, von den weißen leuchtenden Massen überdeckt.
Die Luft war still, kein Windchen regte sich. Wenn der alte Sepp durch die heilige Stille die Peitsche schwang, rieselte der Kristallstaub von den Bäumen.
Der junge Mann saß schweigend und ruhig um sich schauend in den Schlitten zurückgelehnt. Der Druck des Abschiednehmens war von ihm gewichen und er ließ es sich wohl sein.
Das Stück Heimat, das da neben ihm saß, schien weder hindernd noch quälend auf sein Gemüt zu wirken.
Des Mädchens Blicke waren hin und wieder auf ihn gerichtet, aber nicht dringlich, nicht mit der Aufforderung, irgend etwas zu thun oder zu lassen.
»Sieh, daß du deine Strümpf' ein bisserl in Ordnung hältst,« sagte sie nach langem Schweigen.
»Wie denn in Ordnung?«
»Wirst schon wissen, was ich meine.« Sie lächelte gut und heiter. »Das stellt sich so ein Mensch nicht vor, was für Not man mit ihm hat.«
»Große Not!« sagte er behaglich lachend. »Was du Not nennst!«