»Olly,« sagte Gastelmeier, »mußt du denn immer gleich oben hinaus? Du armes Hascherl machst dich krank.«
»I, wo! Daß du ihn nicht so verstehst, wie ich ihn verstehe, Mimm, wie schade!«
»Weißt du, liebes Kind, ich bin etwas ruhiger und vernünftiger in dieser Beziehung als du. Er selbst wird sich einfach mit der Zeit ändern. Was er jetzt ist, bleibt er nicht.«
»Doch – doch, Mimm, so wahr ich lebe – du mußt ihn um Gottes willen nicht unter die gemachten Leute zählen, die modern sein wollen und gar nicht wissen, um was es sich handelt, die die Mode mitmachen und die Mode wechseln. Daß ich dir das sagen muß! Er ist goldecht.«
»Von dem Götzendienst wußt' ich ja gar nichts.«
»Mimm, ärgere mich nicht.«
»Ärgern?« lachte er. »Aber du hast mich nicht ausreden lassen. Er kommt heute Nachmittag und will uns besuchen und sich deine Sachen ansehen.«
Olly erschrak offenbar, sie griff nach der Palette und war ganz verwirrt. Sie schwieg, wollte wieder zu arbeiten anfangen – die Hand zitterte ihr. Gastelmeier sah auf sie hin. Sie legte die Palette wieder nieder. »Jetzt geht's nicht,« sagte sie.