»Es ist auch hohe Zeit zum Essen,« meinte Gastelmeier seelenruhig.
»Das ist doch net möglich,« sagte sie.
»Wo ist denn deine Uhr, Olly? Die sollte doch immer neben dir liegen, damit du zeitig vor dem Essen aufhörst.«
»Wo ist sie denn?« fragte Olly geistesabwesend. »Gar net aufgezogen, ich weiß. Sie ist hinters Bett gefallen – vor ein paar Tagen.«
»Da hast du sie liegen lassen?«
»Weil ich keinen Stock hatte, sie liegt ganz zu hinterst.«
»Das ist ja recht nett.«
»Mimm, brumme nicht,« bat sie.
Gastelmeier ahnte und wußte, daß es mit dem Essen noch einige Zeit dauern werde. Er warf sich auf seine Chaiselongue und nahm ein Buch zur Hand. Olly schickte das Modell fort, rief nach heißem Wasser und Seife zum Pinselwaschen, und als die Köchin damit hereinkam, sagte sie: »Bitte, eilen Sie sich doch heute etwas mit dem Essen; was giebt's denn eigentlich? Bitte, recht rasch.«
›Eine nette Hausfrau,‹ dachte Gastelmeier, der zugehört hatte. Er fühlte sich nicht besonders guter Laune, war hungrig, hatte Appetit auf etwas Extras und wußte im voraus, daß dieser Appetit unbefriedigt bleiben würde.