»Na?« grunzte ich halb wütend, halb verlegen.
»Daß Sie keinen Bordeaux vertragen können, Sie haben ja eine tolle Fahne aufgezogen nach den paar Buddeln.«
Dieser infame Verdacht hätte mich sonst ganz aus dem Häuschen gebracht; jetzt aber kam er mir recht zupaß, und ich log flott darauf los:
»Ja, wissen Sie, Radmann, ich hab' heute schon ein bißchen viel Sherry hinter mir; wissen Sie, bei Eggebrecht ist es immer so schwer, 'rauszukriegen, ob der Sherry oder der Portwein besser ist, und da wird es leicht etwas viel mit dem Proben, bis man es mit Halb und Halb versucht und endlich zur Ruhe kommt: ich glaub' selbst, ich hab' einen kleinen Hieb weg; der Kopf ist mir merkwürdig benommen.«
»Na,« sagt' er in seiner Gutmütigkeit »das kommt vielleicht auch von dem Wetterumschlag; es liegt was von Schnee oder Tauwetter in der Luft; ich spür' das allemal in der Hüfte; mancher spürt's wieder im großen Zeh' und mancher in der Lunge und mancher sogar im Gemüt.«
»Das muß denn wohl mein Fall sein, das mit dem Gemüt,« dacht' ich im stillen. Ich sagte aber ganz was andres.
»Wissen Sie was, Radmann?« sagt' ich gemütlich, »können Sie mir ein Paar Schlittschuhe borgen? Ich möcht' ein Stündchen über die Wiesen laufen, das tut mir immer am besten, wenn ich im Kopfe Nebelwetter habe. Es ist eine gesunde Bewegung.«
»Da haben Sie wieder recht, Kannenberg,« sagt' er, »das ist es. Die allergesundeste Bewegung. Da kommt kein Turnen und kein Reiten gegen. Bloß jung sein muß man wie Sie und nicht zu dick; für mich ist's aus. Die Schlittschuhe sollen Sie haben, passen werden sie ja. Und mit dem Wiederbringen hat's keine Eile. Brauchen Sie die Dinger getrost, solange das Eis hält.«
»Hält's denn überall?« fragte ich so nebenher.
»O ja,« sagte er, »auf den Wiesen laufen sie ja überall, und auf dem Strom geht's auch.«