Um die hohen Tannenstämme schlangen sich Clematis mit tausend kleinen und großen violetten Blüten, Kresse, Reseda, Verbenen — es war ein entzückendes Durcheinander und wahre, wirkliche Waldluft, harzig und würzig.

Aus der Thür des dunkeln, norwegischen Blockhauses tritt ein schlanker Mann im blauen Anzug. Etwas Ruhig-Gutes liegt in seiner Haltung und seinem Blick.

Frau Lu eilt auf ihn zu. Sie hält noch immer das Bübchen im Arm.

Er giebt ihr die Hand und sieht sie an und klopft dem Bübchen auf die Wange.

Sie haben kein Wort miteinander geredet — aber sie haben sich wieder. Sie sind beruhigt. — Es ist nun gut. — Sie ist wieder da. Das liegt in seinen Augen, noch als er die Fremden begrüßt.

Und sie, sie ist eine ganz andere Person geworden. Die Augen strahlen. Es ist etwas Leichtes, Heimisches in ihre Bewegungen gekommen. Sie sieht viel jünger aus. Es ist als wenn sie einen tiefen Atemzug gethan hätte. Da ist sie wieder in der Atmosphäre, in der es sich so tief, so rein atmen läßt.

„… Ich habe alles zum Thee mitgebracht, du brauchst dich gar nicht zu bemühen, Lu,“ sagt Mrs. Wendland und giebt dem Diener einen Wink; der schließt sich dem Mädchen an.

„Ja,“ sagt Frau Lu, „wie lieb von dir.“

*

Unter einer großen Buche im Garten wurde der Thee serviert. Der Dichter, Reichstagsabgeordnete und Prophet Frey und Henry Mengersen kommen hier mit einer Reihe Leuten zusammen, die ihnen in ihrem Wesen und ihren Zielen vollkommen fremd waren.