Da machte sich ungeheißen noch eine Gestalt auf, Herr Meyer, der „biologische Mensch“, wie er hier genannt wurde, und ging eben so konzentriert, mit einem ebenso ungeheueren Frieden auf dem Gesicht auf die Adepten zu, um sie mit zu beeinflussen, und um seiner verehrten Freundin und Schwester im Geiste beizustehn.

Das begab sich alles gewissermaßen ganz unauffällig, hatte auch ganz wenig Erfolg.

Herr Meyer, die Komtesse und das Professorenpaar übten sich immer in solchen Dingen. Sie waren ihnen ganz alltäglich.

Sie sprachen untereinander von schwarzer und weißer Magie, wie andre Leute von Konzert und Gott weiß von was und waren sich absolut nicht mehr bewußt, daß ihre Gespräche doch nicht ganz unauffällig waren. Sie dilettierten in allen möglichen occulten Dingen und befanden sich sehr wohl dabei.

Jetzt wollten sie ein vegetarisches Speisehaus ins Leben rufen und warben auf das eifrigste bei Mrs. Wendland dafür, die ihrerseits sehr kühl war und sagte: „Weshalb? Man kocht Gemüse sehr schlecht in Deutschland, weshalb wollen Sie die armen Leute krank machen?“

Die Komtesse hatte sich seit geraumer Zeit damit beschäftigt, ein Armband aus Grashalmen zu flechten, jetzt bat sie um Gebers Hand und streifte es ihm über. Sie sagte gar nichts dabei, that es gewissermaßen mystisch, vestalisch, spielerisch und hielt seine Hand merkwürdig lang in der ihrigen.

„Was für eine eigentümliche Hand; ich muß ihre Linien einmal prüfen.“

Er entzog ihr die Hand und führte das Armband im Scherz an seine Lippen.

„Unverschämt,“ dachte die Governeß. „Natürlich, jede Gelegenheit nimmt so ein Mann, so ein ‚brute‘ wahr.“ Alle Männer erschienen ihr gleichmäßig sehr verdächtig. Das Weib hielt sie für unsäglich rein. Aber jetzt hatte sie ihn einmal wieder, diesen Philosophen: Auf den harmlosen Scherz der Komtesse diese Plumpheit! Seinen Blick hatte sie dabei sehr wohl verstanden, — o, sie durchschaute!

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