Die Theosophen verabschiedeten sich heute früher als sonst. Sie wollten etwas miteinander bei der Komtesse lesen.

Frau Lu fiel ein Stein vom Herzen, als sie gingen. Sie sagte auch etwas derartiges.

Ihr Mann verwies es ihr leicht.

„Es nimmt sich alles Menschliche sonderbar und lächerlich aus, wenn man nicht selbst darin steckt. Das, was die wollen, ist besser als alles andre.“

„Sie wollen ja gar nichts,“ sagte Frau Lu, „sie spielen.“

„Mögen sie spielen, wenn es sie freut, die kleine Frau hat sich doch ihre Pfoten zerstechen lassen. Sie hat wirklich versucht, wie es thut, das „Sichselbstaufgeben“, das „Tat wam asi“ der alten Inder, das „das bist du“! Der kleine Zug ist rührend in unserer Welt, dies gut sein wollen.“

Mrs. Wendland reichte ihrem Freund über den Tisch hinüber die Hand. „Danke Ihnen,“ sagte sie, „Sie haben recht.“

In diesem blumenreichen Garten, in dem sich Reseda-, Rosen-, Verbenenduft mit abendlichem Waldesodem mischten, war eine ganz eigentümliche Stimmung über die Gäste gekommen. Frau Lus guter Philosoph hatte diese Stimmung gebracht.

Sie sprachen über Dinge, über die moderne Menschen selten nachdenken, und hörten auf einen Mann, der anders dachte als andere, tiefer, einfacher und sich nicht scheute, seine Gedanken auszusprechen. Ja, er hatte den Mut, sich zu geben wie er war.

Henry Mengersen ließ diesen Abend auf sich wirken. Er war zu sehr Künstler, als daß er den Eindruck einer in sich ausgeglichenen Persönlichkeit nicht empfunden hätte, trotzdem er, seiner Natur nach, weder Frau Lu, noch deren Mann je näher treten konnte.