Sie ließ sich nicht irre machen, besprühte den Schädel von neuem unter dem Wasserstrahl.

„Ide göh doch — ich bitt’ dich — mir wird ganz schlecht.“

Das war so eine weiche, weiche Stimme und diese Stimme kam aus einem Geschöpf, das wie von Sammetschimmer umgeben war — dazu rötlich blonde Haare, eine ganze Symphonie von Weichheit.

„Sammtaff’“ hatte Isolde ihre Schwester Marie getauft und titulierte sie jetzt so.

Jetzt ging sie und nahm den Schädel mit sich.

„So was!“ sagte die Köchin und schüttete einen Eimer voll Schmutzwasser in den Ausguß.

„Mi beutelts ganz, der soll doch net etwa im Hause bleiben? Saftig. — Dös möcht feierlich werden.“ —

*

Isolde hatte ihre Thüre geschlossen und war eifrig dabei, ein kleines hölzernes Postamentchen, ihrem Bett zu Füßen, an die Wand zu nageln.

Sie schlug den Nagel mit dem Absatz ihres Hausschuhs ein, so fest wie es mit diesem Werkzeug gehen mochte. Zuerst hatte sie den Rücken ihrer Hausbürste benutzt, als sie aber die Nägelmale in dem polierten Holz merkwürdiger Weise wahrnahm, war sie bedächtig genug gewesen, nach etwas Anderem Umschau zu halten.