So einsam wie in ihrer seelenertötenden langen Ehe, so ohne jedes Verständnis, ohne jeden mitempfindenden Blick auf ihre große Weibesqual und Arbeit und Mühseligkeit — so einsam war sie auch jetzt in ihrer Befriedigung.
Einsam, ganz für sich — in sich selbst verkrochen — eine kleine, bange, dumpfe, unendlich schmerzvolle Welt für sich.
Isolde hatte damals das Nachttierhafte in ihrer Mutter gespürt, das Nachttier, dessen Dasein allen ein Rätsel ist, dessen Dasein niemand kennt, und das selbst die Tageswelt nicht kennt.
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Von einem fieberhaften Eifer war Mama jetzt besessen, das zu thun, was sie thun wollte.
Es mußte durchaus geschehen sein, ehe er zurückkam.
Die alten abgenutzten Küchenmöbel ließ sie himmelblau streichen, die ganze Küche rosig tünchen.
All’ ihre innersten, tiefsten Herzenswünsche erhoben froh ihre Häupter.
Die Flickwäsche gab sie aus dem Haus und handelte um jedes Stück mit der Flickerin auf Tod und Leben.
Den Salon ließ sie mit einer weiß und goldigen Tapete neu herrichten. Die Thüren wurden auch in Weiß und Gold gestrichen.