„Vorsichtig, Alte, vorsichtig!“ lallte er und ließ sich auf Vaters breiten Arbeitsstuhl niederdrücken.
Diesen Abend kroch Marie in Mutters Bett. Sie war ganz außer sich.
Das mußte man Mama lassen, ihre beiden Mädels hatte sie zu behüten verstanden. Sie waren gerade so weltfremd, wie andere höhere Töchter auch.
Die kleine geheimnisvolle Welt im eigenen Hause kannten sie so wenig wie die große draußen.
Vor der kleinen, wie vor der großen Welt, hatte Mama sich wie mit ausgebreiteten Röcken gestellt.
Ob sie dachte, daß sie einmal recht überrascht werden sollten? Oder was sie dachte?
Kurzum, es war ihr einziges: „Daß die Mädels nur nichts erfahren!“
Vor ihren Töchtern schwieg sie wie das Grab. Wenn ihr das Leben das Herz abdrückte, keine Offenheit den Töchtern gegenüber.
Wie gern hätte sie manchmal den müden, dumpfen Kopf an Mariens Schulter gelegt, um da Verständnis und Trost zu finden.
Wie vor einem Unrecht aber war sie jedesmal zurückgeschreckt.