Er überschüttete sie mit Zartheit.

Ein Bouquet, ganz aus Moosrosenknospen, was mußte das solch’ einem Geschöpf nicht alles sagen! Und was sagte es ihr nicht alles!

Henry Mengersen konnte sich viel Müh und Geist sparen.

Ein Garnichts, zarte Farben, zarte Formen thaten mehr für ihn, als er je für sich hätte thun können; dazu seine tadellose Wäsche, die vornehme Reinheit seiner Person, das imponierend elegant sitzende Schuhwerk.

Er mußte auf so ein Ding wirken, ohne daß er sich im geringsten anzustrengen brauchte. Dazu sein Ruhm und die Art, wie man ihm begegnete.

Nie hatte das blonde Mädchen einen vertrauenerweckenderen Menschen gesehn.

Die instinktive Sorge, daß der Mann brutal, roh in seiner Übermacht ihr gegenübertreten könnte, kam hier nicht auf. Die weltfremden Sinne waren noch so kindlich, so ganz vom Äußeren hingenommen. Wie Blasphemie wäre ihr ein Zweifel an diesem Menschen erschienen. Ja, es gab Augenblicke, da schämte sie sich ihrer selbst, ihrer Plumpheit, wie sie ihre Ungewandtheit nannte, ihrer Hände. Man sah ihnen das fleißige Schaffen im Hause an. Es waren reine, junge, kräftige Mädchenhände, aber nicht blütenweiß und die Nägel waren kurz gehalten.

Sie konnte ihre Hand garnicht neben der seinigen sehn. Wie hoch stand dieser Mann über ihr!

Und als er sie mit weicher Stimme bat, sein Weib zu werden, war es ihr zu Mute, als tanzten Erde und Himmel durcheinander. Ein ganzes Chaos von Glück, Stolz, Überraschung und Verwirrung.

Sie hatte ihrer Mutter und niemandem sonst ein Wort über Henry Mengersen geschrieben, auch Isolden nicht, — und nun war sie Braut, die Braut eines Mannes, zu dem sie nie die Augen erhoben hätte.