Isolde sah ihm ruhig in die Augen.
„Eine Bitte, Fräulein Isolde,“ sagte er eisig; „über das, was zwischen uns vorgegangen ist, kein Wort — nicht wahr? Es gilt das Lebensglück Ihrer Schwester. Sie verstehen mich doch? Und was mich betrifft, seien Sie meiner ganz sicher — ich bin Gentleman. Ich darf mich ja Ihnen gegenüber aussprechen.“
Aber wie er mit sicherem, vornehmem Blick den ihren streifen wollte, fuhr er leise zurück. Nicht mehr Isolde, das rührende, liebende Mädchen, — ein vornehmes, ruhiges Weib stand ihm da gegenüber. Und aus ihrem Mund tönten ruhige Worte:
„Ich empfand Ihre Kunst — ich liebte sie — ich that es. Ich will es auf offenem Markt sagen.
Sehen Sie darin etwas Schlechtes? Ich habe mir nicht denken können, daß ein großer Künstler schmutzig ist. — Ist es so — so gehören Sie zum Haufen.“
Isolde wendete ihm den Rücken.
Henry Mengersen war zum ersten Mal in seinem Leben verblüfft.
*
Doktor Frey hatte Champagner auffahren lassen und es wurde eine Verlobung nach allen Regeln der Kunst gefeiert.
Doktor Frey war schließlich beim Sekt mit Mengersen ganz einverstanden.