Der Mond schien ins Zimmer, der Schädel schimmerte. Die Augenhöhlen glichen zwei dunkeln, runden, tiefen Flecken.
Und in diese leeren Augenhöhlen mußte Isolde unverwandt sehen. Das war ganz was sie brauchte.
Dieser leere Blick ohne Trost! Wohl that er ihr!
Es war ihr als wäre etwas Reines, Gutes in dieser Leerheit.
So tödlich war sie verwundet worden! Seele und Körper zugleich.
Auch ihre Seele lag ganz still und unbeweglich.
Und von einem beschimpfenden Schlag war sie so verwundet —
Der, den sie über alles liebte, den sie wie einen Gott in Anbetung liebte, hatte ihr den Schlag ins Gesicht versetzt.
Des feinen, klugen, großen Henry Mengersens Roheit hatte die allerzartesten Fäden ihres Daseins unheilbar verletzt und zerrissen.
Das war Isolde nicht mehr, das heißempfindende Kind, das Glück und Leid mit übersprudelnder Lebenskraft faßte und das Leben wie einen großen, blühenden Rosenstrauch an die Brust drücken wollte, ganz in Blüten versinkend.