„’nen Kapuziner, Déesse, dumme Gans, was bedeutet denn das?“
Das Mädchen war errötet bis in die Stirnhaare.
„Zu allererst kommt es bei dem Weib darauf an, daß die Lebensfreudigkeit gewahrt wird,“ predigte Doktor Heinrich Ewald Frey wieder mächtig. „Das ist notwendig, daß das Weib lebensfreudig bleibt.“
Ein strafender Blick streifte Frau Doktor Frey.
„Das Weib soll auch religiös sein. Ein Schädel hat immer etwas mit Religion zu thun. — Wenn du dir den Schädel nicht aus Verschrobenheit, aus unverstandenem Pessimismus heraufgeholt hast, mag er bleiben.“
„Ide!“ sagte sie zu ihrer Schwester leise, „der soll doch net bleiben?“
„Papachen,“ begann Frau Doktor Frey sanft und freundlich. „Eh’ du gehst, — — Karl kann sich nicht auf der Schule halten, — ich glaub’ mal nicht. Ich war auch heut beim Direktor. Er kommt auch dies Jahr nicht fort.“
„Es muß sich eben ein Hilfslehrer finden, um ihn wieder flott zu machen. Emil hat’s auch geleistet. Verpimple ihn nur recht! — Was nutzt es denn, wenn du bis in die Nacht hinein mit ihm über seinen Arbeiten hockst? Dazu gehört ’was mehr als so ein Hennenhirn.“
In das verarbeitete Gesicht mit den schönen Formen stieg eine flüchtige Röte auf.