„Darum eben müssen wir sorgen, daß sich jemand findet.“

„Ich werde am Kegelabend mal mit dem Direktor reden. — Weiber sollen die Hände aus dem Spiel lassen! Möcht’ wissen, ob hinter mir immer ein Unterrock gestanden hat. Du mit deinen paar lateinischen Brocken — daß i net lach! Laß den Jungen in Ruh!“

„Hättest du mich gewähren lassen,“ sagte die Frau klagend, „wär Isolde jetzt wenigstens eine Person, die etwas leisten könnte. Sie würde sich ihr Brot bald selbst verdienen,“ — Frau Doktor Frey sprach weinerlich — „wär’ jetzt schon bald staatlich angestellte Lehrerin.“

„Götterköpfchen, — verdammtes,“ lachte Doktor Frey — „Déesse! Lehrerin! daß i net lach! Die soll heiraten, Weib sein! Gar noch, daß ich meine Bamsen zu so ’was auf die Welt gesetzt hätt’.

Ja wohl, Lehrerin oder Gott weiß was noch!

Das Weib ist eben Weib. Wenns net Weib genug ist, um nur Weib zu sein, soll man’s tot schlagen!“

„Aber was soll ich denn mit Karl machen?“ fragte Frau Doktor Frey wieder.

„Siehst du net, daß augenblicklich die unpassendste Zeit für dein Gegraunz ist? Willst du mir alle Bamsen gerad jetzt auf den Buckel hängen? Sapperlot, höchste Eisenbahn!“

Er fuhr mit den Armen in die Träger des Rucksackes, griff nach dem Köfferchen — und war mit viel Geräusch und Gepolter zur Thür hinaus.

Tiefe Stille, als hätte sich ein Sturm gelegt.