In einer kleinen Provinzstadt, in einer Kochschule war ein sonniger Saal mit Tannenguirlanden und frischen Laubgewinden, Blumensträußen und Fähnchen dekoriert. Da kamen die Frauen zusammen.
Isolde trat etwas spät, von der Reise ermüdet, in den Saal ein, als schon alle versammelt waren.
Das welkende Laub strömte betäubend duftend seine Säfte aus. So etwas Mattes, wie Herbstgeruch in der schwülen Luft.
Kleiderstoffe, ein ganzes Feld von Hüten aller Arten und Formen. —
Häßlich, wie jede Menschenansammlung, eine Anhäufung von Lappen, die alles Menschliche versteckt, etwas Formloses, Totes, Trocknes.
Diese vielen Frauen, in ihren vielen Kleidern, bedrückten und verstimmten Isolde.
Aus all dem Wust die kleinen, welken, dummen, vom Leben angekränkelten Mondchen, die menschlichen Gesichter.
Was für ein Angefaultes, Angefressenes ist so eine Menschenmenge! — so etwas Trauriges, Schauriges, kümmerlich Verdecktes.
Vor weißverhangenen, sonnenbeschienenen Vorhängen saßen die Frauen vom Vorstand, kräftige Matronen; ein schmaler, langer Tisch vor ihnen. Die weißen, blendenden Vorhänge hinter ihnen ließen sie wie kompakte, schwarze Schatten erscheinen.