Sie war vollkommen außer sich.
Marie hatte die größte Not die heftige jüngere Schwester zu beruhigen.
Sie kroch zu ihr ins Bett und hielt Isolde an sich gedrückt und vergaß ganz, daß der Schädel grinsend auf sie beide herab blickte.
Isolde schlief in den weichen, süßen Armen ein, ohne in ihr Nachtkleid geschlüpft zu sein, Hals und Arme entblößt. —
Und Marie schlich leise und scheu mit klopfendem Herzen und einem Grausen über den ganzen Leib nach ihrem schneeweißen Bettchen.
Sie fühlte wie der Schädel ihr spöttisch nachsah und sie wagte nicht sich umzuschauen.
Lange konnte sie keinen Schlaf finden und als sie endlich schlief, träumten ihr häßliche Dinge.
Der Schädel lebte wirklich und hatte es immer auf sie abgesehn, so schauerlich zudringlich.
Sie wachte ein paar Mal vor lauter Angst und Schrecken auf, hielt atemlos die Arme auf die Brust gepreßt, lag wie eine Statue so still und ließ alles Grauen über sich hingehen, ohne sich zu wehren.
Für sie war mit dem Schädel ein nie gekannter böser, banger Geist ins Haus gekommen.