Ja, sie erkannte sie beide wieder. Ein Kind war geboren. Das Weib lag langgestreckt und tot. Es stand da eine Wasserschale und Tücher lagen da. Sie sah das Weib mit Schauern. Es war eben geschehen.

Der Mann kniete und hielt den Kopf des toten Weibes in seinen Händen und seinen Kopf hatte er ganz vergraben.

Hinter beiden aber stand der Tod, riesig wie eine mächtige Wand, wie ein Fels und auf seinem Arm lag das eben geborene tote Kind, gleich einer welken Blüte, die zufällig ein Sturmstoß auf den Arm des Todes geweht hat, so hing es formlos zusammengefallen.

Das junge Ding vor dem Bild war erschüttert, wie vor nichts noch auf der Welt.

Ganz verschüchtert stand sie vor etwas Schrecklichem. Und dazu das Geheimnisvolle, das Unenthüllte — das auch sie selbst anging.

Sie fühlte sich vor diesem Bilde bang dämmernd als Weib und fühlte dies mit tiefem leidenschaftlichen Erschauern.

Sie gehörte zu denen — zu denen, die so namenlos, geheimnisvoll leiden müssen, zu denen, neben deren Liebe der Tod steht, so, wie sie es eben gesehen: der riesige, ernste, feierliche Tod.

O, so lieben! Welches Geheimnis!

Liebe und Tod! O, so in den Untergang hinein lieben!

Sie fühlte sich stolz, mächtig — und freute sich, daß sie ein Weib war.