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Henry Mengersen wandelte auf der Terrasse vor Mrs. Wendlands Speisezimmer, schaute den blauen Wölkchen seiner Cigarette nach und ließ die Blicke über den See hinschweifen, der bleich wie eine metallene Scheibe ausgebreitet lag und den weißgrauen Himmel widerspiegelte.
Nahe dem Hause ging Isolde. Sie hatte die Arme auf den Rücken zusammengelegt, stieß mit dem Fuß nach kleinen Steinen und glaubte sich unbeobachtet.
Henry Mengersen blieb jetzt stehen und sah auf das Mädchen.
Es freute ihn, zu sehen, wie harmlos das Ding sich bewegte.
Ihre junge Schönheit beschäftigte seine Sinne angenehm.
Welch verhaltene frische Kraft lag in den Gliedern. — Und welche Vornehmheit in der ganzen kleinen Bestie! —
In ihr war das Stilvolle; das würde sich später erst recht entwickeln. Wie selten traf man doch solch ein Weib! Mrs. Wendland mußte in ihrer ersten Jugend ähnlich gewesen sein.
Mrs. Wendlands Sohn war gestern spät abends angekommen, ein achtzehnjähriges Bürschchen, junger Kosmopolit.
Sie hatte ihn aus irgend einem Grunde nach Wien gesteckt und er war eben auf dem Weg, in Paris seine Studien fortzusetzen.