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Zwei Tage später.

Der Vater hatte Marie nach Hause gebracht, kam aber selbst jeden Tag nach Starnberg hinausgefahren.

Der Familie Frey stand ein Todesfall bevor.

Die Mutter war zu einem schwer erkrankten Bruder nach Berlin gerufen worden, der mit der Familie seiner Schwester sein Lebtag kaum in Beziehung gestanden hatte.

Vor Jahresfrist ungefähr hatte Mama ihm eine Photographie ihrer beiden Mädels geschickt und darauf einen warmen verwandtschaftlichen Brief erhalten.

Der Onkel schrieb, daß er sich die beiden schönen Nichten nächstens einmal einladen würde.

Diese Einladung war nicht erfolgt. Und die nächste Nachricht war eine Depesche, die Mama schleunigst an das Sterbebett ihres seit Jahren ihr fremd gewordenen Bruders rief.

Doktor Frey war gehobener Stimmung. Er wußte zwar von seinem Schwager Apotheker nicht viel mehr, als daß dieser wie ein altbürgerlicher Junggeselle gelebt hatte, bescheiden, aber solid.

Angenehm war es auf jeden Fall, daß er seine Schwester bedenken würde. Darauf war eigentlich mit Sicherheit zu schließen. Doktor Frey hoffte, daß es etwas ausgeben würde.