Henry Mengersen stand noch immer und horchte. Es war, als hielten die ungezügelten Laute ihn im Bann.

Isoldes Gestalt stand ihm vor Augen.

‚So etwas will eben leben‘, dachte er, ‚keine Ahnung von Wohllaut!

Daß ein Weib je solch lebendige Frische in sich haben kann! Wie ein Bergstrom lärmt sie!‘

Er horchte — horchte. — „Nein unerhört! Eine nackte Stimme!“

Es war ihm, als sähe er auch das Mädchen wie eine griechische Nixe nackt im Walde laufen und schreiend singen, Liebesklage und Wonne, ein wildes, ursprüngliches Durcheinander.

Da hatte er die geheimste Weiboffenbarung!

In seinen kühlen, beobachtenden Augen glimmte es.

Er war unbedingt erregt; als Mann und als Künstler erregt. Er empfand das wilde, verlangende Geschöpf so deutlich, diese jauchzende Naturkraft.

In ihm war ein neues Werk entstanden. Nach einer matten, schaffensunlustigen Zeit, die erste lebendige Stunde.