Wie die Enkelin der Ratsmädel zum Blaustrumpf wurde.

Das ist so zugegangen. Sie dachte weder an Gott und die Menschen, fühlte weder Unruh' noch Erregung, weder Hoffnung noch Verzagen, aber hatte eine Art Zuversicht und wußte wohl weshalb. Ein günstiges Schicksal umgab sie wie ein Zauber, und sie sah den Dingen, die da kommen sollten, mit einem köstlichen Herzensfrieden entgegen.

An nichts glaubte sie so fest wie an diesen Zauber, dessen Kern fürs erste auch nicht verraten wird, denn, wer weiß, vielleicht steht sie noch unter dessen Schutz – und Schweigen ist eben bei jedem Zauber die Hauptsache.

Mit welcher Harmlosigkeit, so erzählt die Enkelin selbst, ließ ich es zu, als junges Ding, daß meine ersten Arbeiten gedruckt wurden; hatte mich nicht darum bemüht, nichts deshalb versucht, ein Zufall brachte es zuwege, ein Zufall machte mich zum Blaustrumpf. Von der schwerwiegenden, wenig schmeichelhaften Bedeutung dieses Wortes ahnte ich nichts – nicht das Geringste.

Ich und Blaustrumpf! Zum Lachen!

Ich fühlte mich so froh – so unbedacht!

Was ich that, das war gethan – das stand mit dem, was andre thaten, in keiner Verbindung. Ich empfand mich als Wesen für sich und verglich mich ein für allemal nicht mit andern.

Ich las über meine in die Welt geschickten Träume viel Gutes – und wunderte mich.

Unzufriedenes natürlich auch, – selbstverständlich.