Das Gute freute mich; man hört sich gern loben, das stärkt die Persönlichkeit.
Die Unzufriedenen hab' ich daraufhin betrachtet, ob sie mir in irgend etwas helfen könnten, ob sie belehren könnten; als ich aber sah, welcher Wirrwarr daraus entstehen würde, wenn ich auf alle hören wollte, da kein Urteil mit dem andern übereinstimmt, so ließ ich Gutes und Böses bald friedlich liegen und dachte: Auf wen soll man hören? Auf was soll man hören? Der eine hebt, was der andre sagt, gewöhnlich wieder auf mit dem Gegenteil, und der Dritte wieder, was der Zweite sagt. Und was ist nun das Rechte? Wer ist nun der Vortreffliche, von dem man sich überzeugen lassen soll?
In einem Hefte der »Kunst für Alle« sind reizvolle Wandgemälde eines eigenartigen Künstlers aufgenommen und entsprechend gewürdigt.
Auf dem einen dieser Bilder ist in Gestalt eines dunkelhaarigen Mädchens die Wissenschaft dargestellt, die auf einem Sessel zwischen ihren Emblemen sitzt und einer allerliebsten Gesellschaft einen Vortrag hält.
Hinter ihr steht gravitätisch auf langen Beinen ein Marabustorch, das Symbol der Weisheit.
Was aber haben seine langen Beine und der spitze Schnabel dem Marabu genutzt? Gar nichts.
Denn der Besprecher der Gemälde hat sich in die Seele des Künstlers vertieft und hat gefunden, daß der Künstler mit einem vortrefflichen, sachgemäßen Humor eine Löffelgans hinter diese weibliche Wissenschaft gesetzt hat.
Was konnte er Besseres tun?
Wie stimmt das alles!