Wie ist Idealität und Realität hier glücklich verbunden! Wissenschaft personifiziert als weibliche Figur! Lehrend! Was wird sie lehren? Die Löffelgans hinter ihr gibt die Würdigung dessen, was sie lehrt.

Der Kritiker ist entzückt und phantasiert sich weiter in die Intentionen des Künstlers hinein.

Er empfindet in der Tiefe seines eigenen Gemütes, wie der Künstler sich feinsinnig nicht mit einer einfachen Gans begnügt hat, die ja vollkommen genügt hätte, den Wert eines Frauenzimmers auszudrücken. Durch des Kritikers Hirn bewegen sich allerlei übereinstimmende Dinge. Er nimmt an, der Künstler habe etwas von Küche, Löffel, »Löffelgans«, Weib, Blaustrumpf, Wissenschaft sagen wollen. – Solches beweist, daß dem Marabu seine langen Beine und sein spitzer Schnabel nichts nutzen, wenn der Kritiker seine Augen und sein Verständnis schon auf die Löffelgans gespitzt hat.

Der Künstler ist in diesem Fall nicht schuld an der Täuschung, sein Marabu ist ein echter, guter Marabu, gegen den sich nichts sagen läßt, und der nichts zu wünschen übrig läßt.

Bekanntlich ist ein Marabu schlank und langbeinig, und eine Löffelgans dickgedrungen und kurzbeinig.

Das thut aber nichts, es bleibt dabei: der langbeinige Marabu ist eine kurzbeinige Löffelgans.

»Marabu,« sagt der Künstler.

»Löffelgans,« schreit der Herr Kritiker und behält natürlich in den Augen aller Einsichtigen recht.

»Also die Löffelgans,« so argumentiert der Kritiker weiter, »ist leider verzeichnet, die Beine sind zu lang geraten, der Schnabel zu spitz, so daß sie eine gewisse Aehnlichkeit mit einer Storchabart bekommen hat.«

»Aber lieber Herr, es ist ja keine Löffelgans!«