Als wir durch die Marienstraße gingen, war mein Entschluß gefaßt, und als wir an den Alexanderplatz kamen mit seiner herrlichen Wiese und dem großen Taxusbusch darauf, da sah mein Herr und Meister mit einmal, wie das Laternchen Sprünge machte, und wie es von seiner Seite gehuscht war. Wir hatten Mondschein, und ich lief, was ich konnte, die Wiese entlang; hörte meinen Lehrer rufen, hörte ihn laufen – und schnaufen.
Ich kam unter dem Taxusbusch an, und wir liefen um denselben herum.
Herr Bräunlich schien seine Ehre dareingesetzt zu haben, mich zu fangen; aber das Laternchen war flinker, als er glaubte.
Ich drohte ihm, außer Atem, als er sich einmal bedenklich genähert hatte.
Ich drohte ihm, mit tiefem Grauen im eigenen Herzen, wenn er mir noch weiter nachrenne, würde ich auf den Friedhof laufen.
»Herr meines Himmels, machst du Geschichten!« rief er pustend. »Mach, was du willst – aber schlecht ist's von dir!«
»Nein, sagen Sie, daß es nicht schlecht ist!« rief ich von weitem und stand still, als ich sah, daß auch er still stand – »und sagen Sie's Papa nicht.«
»Gut,« antwortete Herr Bräunlich immer noch pustend, »es sei dir geschenkt, ich sag's auch nicht.«
»Aber daß es nicht schlecht von mir ist, müssen Sie mir auch noch sagen!«