»Nun, verdienen? Wer spricht denn von verdienen?«

»Glauben Sie,« fragte Waben, »ich möchte daheim schlafen und essen, wenn ich mir net sagen könnte, ich hab's verdient? Was denken Sie denn? Halten Sie uns Mädel für Tagediebe? Oder für was denn?«

»Sie sind so tapfer, – so tüchtig, – so anders, als die Mädchen gewöhnlich sind. Sind Sie denn auch ein wirkliches Menschenkind, Sie Elfchen?« sagte er zärtlich.

»Ach gar!« meinte die Waben. »Kennen Sie meine Schwestern nicht?«

»Nein, merkwürdigerweise! Ich bin nun schon seit vier Wochen hier, aber Ihre Schwestern hab' ich nun noch immer nicht kennen gelernt.«

»Die sollten Sie sehen! Röse und Marie sind beide so fleißig und tüchtig, aber dabei so lustig, daß es den ganzen Tag zu lachen gibt, – und so wunderschön! Wissen Sie, sie sind das Schönste und Beste, was es auf Erden gibt.«

»Die eine ist verlobt?« fragte er.

»Ja, die Röse. – Sie glauben nicht, wie gut sie mit mir waren, vom ersten Augenblick an, wie große Kinder. Sie sind so freundlich, wie halt eben nur Kinder sind.«

»Nun, ich werde ihnen ja wohl auch einmal begegnen. Sie erlauben mir, Demoiselle, daß ich bei Ihren Eltern meine Aufwartung mache?«

Die Wangen des Mädchens glühten.