Er empfand alles sehr befriedigend. Seit Wochen war er erst in Weimar angelangt, war hier zu einer guten Stellung gekommen, und seine Absicht ging dahin, sich mit einer alteingesessenen, wohlgeachteten Familie zu verschwägern.
Jetzt spiegelten sich die brennenden Kerzen in dem blanken Parkett des riesigen Saales wie in einem stillen See.
Es war so friedlich, so eigentümlich; der große, leere, helle Saal hatte etwas Beruhigendes. Dann waren reichgeschmückte Gäste gekommen. Oben auf der Galerie reckten sich abermals die Hälse. Es wurde wieder eifrig getuschelt. Sie waren alle erregt, und die Erregung stieg, je mehr es sich da unten bewegte, je mehr es glänzte und flimmerte und farbig aufleuchtete. Sie sahen auf wohlfrisierte Köpfe mit griechisch aufgesteckten Lockenfrisuren, auf Toupets jeder Art, auf hohe, schneeweiße, batistene Halsbinden, auf bloße Hälse und Arme, enge Kleider mit langen Schleppen, Fräcke und Uniformen, Lakaien und hohe Würdenträger, – ein schillerndes, bewegliches Durcheinander.
Hin und wieder schlug so ein aristokratisches, undefinierbar parfümiertes Lüftchen nach oben.
Die Wachskerzen brannten still, das Licht im ganzen Saal war gelblich warm.
Es hatte etwas Schmeichelndes, Schmückendes, – etwas Berauschendes.
Die Waben konnte sich über die große Helligkeit in dem weißen Saal gar nicht genug wundern.
Und dann die Herrschaften, die russische Kaiserin, die fremden Uniformen, das ganze geheimnisvoll pomphafte Ceremoniell, – die große Feierlichkeit, die große Vornehmheit!
Der Waben kam es vor, als wenn sie in eine uralte Geschichte hineinschaue, in längst vergangene Dinge. Daß so etwas wirklich noch existierte! Ein bißchen komisch erschien es ihr, – ein bißchen ernsthaft, – ein bißchen schaurig, aber hauptsächlich sehr amüsant. Die einzelnen Personen interessierten sie gar nicht, nur das Ganze. Sie hörte kaum darauf hin, als ihr Begleiter die verschiedensten Leute bezeichnete.