Aber der Zug! Der große Maskenzug! Da war der weimarische Pomp wirklich auf die Beine gebracht! Da lag die weimarische Glorienzeit wirklich wie eine duftende Weihrauchwolke darüber. Da war die ganze ernsthaft feierliche Pracht vor aller Augen wie ein byzantinischer Prachtbrokat ausgebreitet. Herrliche Gestalten und Farben, rauschende Musik und große Worte, und ein Schimmern und Auftauchen und Ziehen und Kommen und Verweilen, – eine Pracht und Herrlichkeit sondergleichen.
Die braven, fidelen Weimaraner hatten sich von dem großen, feierlichen Pomp am Schlafittchen nehmen lassen. Sie gehörten sich nicht mehr selbst. Es war etwas in sie gefahren, was sie begeisterte.
Sie bewegten sich nicht mehr wie die Weimaraner, sie sprachen nicht mehr wie die Weimaraner. Es war etwas Außerordentliches.
Des Mädchens Begleiter fühlte ein Händchen auf seinem Aermel. »Meine Schwester! Meine Schwester!« sagte eine weiche, leise Stimme ganz erregt. »Sehen Sie, meine Schwester!«
Er hatte Marie schon längst gesehen. Sie stand jetzt gerade vor der Kaiserin Maria Feodorowna und sprach die Goetheschen Worte; das gute Ratsmädel leuchtete dabei wahrhaft von Schönheit und Glückseligkeit. Sie bewegte sich ohne jede Befangenheit, ganz natürlich. Es war, als wenn die blonde Haarflut funkelte, als wenn das schöne Gesicht und die Arme und der Hals und das weiße Gewand strahlten.
Sie war prachtvoll in ihrer stolzen, freien Jugendlichkeit, der Inbegriff eines herrlichen, blütenjungen Weibes. Es lag etwas Heiteres, etwas Frohlockendes über die Gestalt gebreitet. – Aller Augen sahen auf sie.
»Das ist Ihre Schwester?«
Die Waben lächelte.
»Die verlobte?« fragte er.