»Nein!«

»Herr Gott im Himmel!« kam es von den Lippen des jungen Mannes wie ein Seufzer.

Die Waben blickte auf ihn und sah, wie fest der Blick seiner Augen sich an ihre Schwester heftete.

Sie sah auch, was für einen prächtigen Kopf er hatte, so männlich und gescheit, mit so fest geschnittenen Zügen.

Und es senkte sich wie eine tiefe Traurigkeit auf sie nieder. Es war aber keine rechte Traurigkeit, es war etwas anderes, – etwas Schwereres.

Traurig war sie schon manchmal gewesen, aber so etwas Schreckliches schien noch nie über sie gekommen zu sein! Es war ihr, als wenn ihr Blut aufhörte zu fließen, als wenn eine Spange sich ihr fest um den Hals legte, als wenn das Herz es nicht mehr für der Mühe wert hielte, weiter zu schlagen.

Sie sah sich selbst! Ja, sie war so winzig, so langweilig, so arm. Wie hatte sie nur denken können, – daß …

Aber alle diese Gedanken waren gar keine eigentlichen Gedanken. Wie große, graue, schwere Steinplatten kamen sie ihr vor, die langsam auf sie drückten und sie tief in den Boden hineinpreßten, ganz langsam und schmerzlos, – aber entsetzlich.

Während sie so litt, wendete er kein Auge von ihrer Schwester. Sie wartete, daß er sie wieder anreden würde, und sie schaute alles im voraus.