Da stand etwas so fremd Schönes vor ihnen, etwas so Bekanntes, Vertrauliches, süß Freundschaftliches, – und doch so Entrücktes.
Die Schönheit ihrer Kameradinnen lag ihnen schwer beengend auf dem Herzen; es war ihnen dabei nicht wohl zu Mute.
Am andern Morgen, als die beiden schönen Geschöpfe spät zum Frühstück kamen, schenkte die Waben ihnen ihre Milch ein.
Die Pate Sperber hatte nach ihrer Gewohnheit, wenn bei Kirstens irgend etwas Besonderes los war, einen Kuchen geschickt, und in diesen Kuchen aßen Röse und Marie sich in ihrer Zufriedenheit und Glückseligkeit tief ein, wie ein paar Mäuse, und erzählten dabei der Mutter und der Waben ihre Erlebnisse.
Die alten Erlebnisse, die schöne Mädchen, so lange die Welt steht, zu jeder Zeit erzählt haben: berauschende Dinge, die das Geschöpf triumphieren lassen im glückseligen Machtgefühle.
Und dabei aßen die beiden ungeheuer viel Kuchen und fischten nach den Rosinen darin.
Und während sie im besten Plaudern waren, brachte die Magd einen vollblühenden Rosenstock herein, etwas ganz Unbegreifliches zu dieser Winterszeit, und sagte: »Eine schöne Empfehlung an Fräulein Marie.«
Und an dem Rosenstock hing auch noch ein Briefchen.
Marie wurde dunkelrot und nahm mit zaghaften Händen das Wunder in Empfang.