Er hob sein Glas mehrmals mit immer neuen Variationen:

»Der Rat, das ist ein schlauer Mann,
Der wollte einen Garten han,
Der kauft sich einen Garten
Und ließ die andern warten.«

Solch dummes Zeug sang er, und sie fanden es herrlich.

Der Apotheker war ganz außer dem Häuschen und konnte es nicht satt bekommen, seinen alten Rat zu ärgern.

»Siehst du,« sagte er, »nun mach dir's aber auch bequem, mein Schatz, und zieh deinen schönen Flausrock an und die Latschen und stecke die Pfeife an, damit wir doch auch sehen, wie du schändlicher Kerl hier so kommod umeinander geschoben bist.«

Und es half dem armen Rat nichts, der Apotheker hatte so etwas an sich, daß er immer das aussprach, was in den andern noch unbewußt schlummerte.

Jetzt stürzten sie wieder in das gebrechliche Sommerhäuschen, so, als wollten sie's zum Platzen bringen, und holten den Flausrock, brachten ihn angeschleift und rissen sich um die Latschen und brachten die Pfeife, und der arme Rat mußte beim Schein eines Windlichtes wirklich in seinen Flausrock kriechen und in die Latschen, und der Apotheker hielt sich den Bauch vor Lachen. Und so saß der Rat und mußte den Behaglichen spielen wie auf einer Maskerade.

In dem armen Rat kochte und braute etwas. Es war ihm sein Lebtag noch nicht so miserabel zu Mute gewesen. Wenn er sich auch die Entdeckung seines Gartens manchmal vorgestellt hatte, so, in solcher Gestalt, hatte er sie sich nicht vorgestellt. Das sind ja lauter Teufel! Die Menschen sind ja Teufel! dachte er in aller Heimlichkeit, ohne einen Mucks zu thun.

Er war wirklich noch nie innerlich so zornig gewesen. Aeußerlich zornig zu sein hatte er ganz verlernt, und das war das Schlimme und Ungesunde.