Gedeihen selten, — oder nie.“
fügte er belehrend hinzu.
„Das muß wahr sein,“ brummte Röse.
„Wenn das so bekannt ist, daß man sogar einen Vers darauf gemacht hat, da sollten die Pfarrer doch wahrhaftig lieber keine Kinder haben, wenigstens nicht so viele, wie Deiner drüben.“
„Da bin ich ganz Deiner Meinung,“ nickte der Gutsbesitzer nachdenklich.
„Ja, aber mit dem Vers, Röse, wenn Du wüßtest, wie wenig es nützt, ob auf das Ding ein Vers gemacht ist oder nicht. — Da unten, Eure Gesellschaft, frag sie nur, was es der Welt nützt, daß sie solche strafbare Massen zusammenschreiben — in dem verruchten Nest! Sie werden selbst sagen, wenn sie noch einen Tropfen gesunden Verstand übrig behalten haben, daß alles beim Alten bleiben wird. Was schwarz und weiß dasteht, hilft verflucht wenig; nur die Dinge sind die wahren, die aus den Tages- und Nachtstunden, wie aus ihrem Erdreiche selbst herauswachsen. Das andere Zeugs taugt nichts! Es ist gut, daß wir einmal darauf kommen, ich muß sagen, mir ist’s lieb, daß zwischen mir und Eurem verdrehten Weimar der gute, alte Ettersberg liegt. Bei Euch ist mir die Wirtschaft mit der Dichtersbagage nachgerade zu überschwenglich geworden! Das geht ja über unsereins hinweg, als wären wir bis aufs letzte im Preise gesunken! Na, mich hat Weimar lange nicht gesehen; fragt einmal, was dazumal, ehe der Schwindel bei Euch losging, der alte Sperber in Weimar galt, fragt einmal, ob er nicht überall der erste gewesen ist. Ja, das waren damals noch Zeiten! — Du lieber Gott!“ —
Der Gutsbesitzer ging gedankenversunken zwischen den beiden Mädchen.
„Na,“ sagte Röse begütigend, „wie die Zeit für den Herrn Paten bei uns vergangen ist, so vergeht sie auch für die andern.“
„Nur mit dem Unterschiede,“ setzte der Gutsbesitzer hinzu, „den alten Sperber haben sie bei Lebzeiten schon vergessen. Mit denen jetzt werden sie’s anders halten.“
„’s ist auch natürlich, Pate,“ meinte Röse. „Die haben auch ihren redlichen Plack gehabt, bis sie so weit gekommen sind. Wir wollen’s ihnen gönnen, du lieber Himmel, und wenn ich dächte, ich sollte mein lebelang wie unsere Weimarischen arbeiten, um schließlich berühmt zu werden. Proste Mahlzeit, ich würde mich bedanken!“