„Hör’ einmal, Röse,“ unterbrach Budang sie, „laß Horny so etwas hören, der hat so wie so gesagt, daß wir dich das nächste Mal nicht mit ins Theater nehmen, weil Du so unartig und unverschämt sprichst, und dann will ich den Jammer nicht sehen.“

„Wenn Ihr Röse nicht mitnehmt, geh ich auch nicht,“ bekam Budang von Marie zur Antwort, und die Sache war erledigt.

Ein überreichliches Frühstück versammelte die ganze Gesellschaft. Währenddem wurde beraten, was man weiter beginnen wollte, und schon im voraus gab der Tag, da alle Wünsche betreffs der Unternehmungen zusammenfielen, das heiterste und anmutigste Bild. Es war für den Nachmittag ein Gang auf des Paten große Wiesen verabredet, auf denen gerade Heuernte gehalten wurde. Sie zogen nach Tisch aus; die Gutsbesitzerin hatte ihnen einen Korb voll verlockender Gegenstände gepackt, die Ernst Schillers Reitpferd aufgeladen wurden. Das gute Tier mußte seine Motion haben.

Dieser fröhlichen Heufahrt, als sie am Nachmittage zur Ausführung kam, gab Röse einen ganz besonderen, interessanten Beigeschmack.

Auf des Paten Wiese war ein großer Teich, an dessen Ufer die Gesellschaft sich gelagert hatte.

Röse war wie besessen vor Vergnügen über das schöne Wasser, hatte sich platt an das Ufer gelegt und die Arme in den Teich gehängt, und diese hübschen, festen Arme „Fisch“ spielen lassen. — Zu dieser Vorstellung verlangte sie, daß alle zusehen müßten. — „Nun seht doch, seht doch!“ rief sie. „Wie sie in den Grund fahren, die beiden großen Hechte — da wird wohl etwas für ihren Schnabel stecken; — da, und nun sind sie wieder oben und plätschern.“ Und während sie das erklärte, spritzte sie um sich her, daß die hellen Wasserfunken über sie und die Zuschauer hinfuhren. Darauf sprang sie in die Höhe — um sich irgend eine andere Vergnüglichkeit auszudenken. Und nach unendlichem Gaukeln und Tollen platschte Röse von einem Steg, der zum Schöpfen in den Teich hinausgebaut war, wie es kaum anders zu erwarten stand, endlich ins Wasser.

Es wurde, während sie noch darin steckte, von Marie statistisch bewiesen, daß es das siebente Mal in Röses Leben war, daß man sie aus dem Wasser ziehen mußte. Marie litt auch nicht, daß einer der Kameraden sich hineinstürzte, um die Schwester zu retten.

„Wartet nur, ich will es schon sagen, wenn es nötig ist. Es wäre ja schade um die Anzüge.“

„Röse, stehst Du, hast Du denn Grund?“