„Hat seine Richtigkeit,“ erwiderte diese.

Sie saß schon über dem Kaffee und brockte; denn sie hatte nach ihrer Tour Appetit bekommen.

„Hat seine Richtigkeit,“ wiederholte sie noch einmal wohlgefällig, um gerade eine Pause im Schlucken auszufüllen. „Ene Frau,“ sagte sie, während die Kummerfelden die Jungfer hereinließ, „ene Frau,“ sie sprach so laut, daß die Kummerfelden es draußen auch hören konnte, „ene Frau, die acht Kinder hat und en unmündigen Mann, hörst Du, Kummerfelden, die acht Kinder un en unmündigen Mann … Ach Herrjes, was sag’ ich da?“ lacht sie voll und laut, „die zieht anders an der Schelle wie eine Jungfer. Übrigens,“ rief Frau Fabian unter Lachen und Schlucken, „es ist nicht so ohne! Man könnte so manches Mal sagen: acht Kinder un en unmündigen Mann. Es könnte es jede Frau sagen, wenn auch nicht immer acht Kinder!“

Die Kummerfelden fuhr mit mißbilligender Kopfbewegung zwischen diese Betrachtung. „Schrei doch nicht so, Du kannst es mir ja nachher sagen.“ Sie war damit beschäftigt, die Jungfer aus ihrer beschneiten Umhüllung zu wickeln.

Jetzt traten sie miteinander ein. Die Jungfer Muskulus trug eine schwarze Lockenperücke, die sie bis tief in die Stirne hineinzuziehen für gut fand, und jahraus jahrein einen Hut, geschmückt mit dem enormsten Veilchenkranz, so groß, daß er kaum hätte größer sein können.

Jetzt hingen Schneestücke in den seidenen Veilchen; die Gassenjungen hatten sie ihr zugerichtet.

„In einer Weile werden die Ratsmädchen da sein,“ sagte die Kummerfelden.

„Na,“ fragte die Fabian, „was wollen denn die?“

„Ja,“ lachte die Kummerfelden, „wegen denen seid Ihr eingeladen. Ihr sollt mir Euren Kaffee gründlich verdienen. Die Mädchen wollen Euch allerschönstens bitten, daß Ihr ihnen bei einer Angelegenheit helfen sollt.“

„Was ist denn los?“ fragte die Frau Fabian, „das wird eine schöne Pastete sein.“