„Es ist Ehre dabei einzulegen; es soll etwas zu Goethens kommen,“ bekam sie zur Antwort.
„Na nu?“ rief Fabian.
Nun schnitt die Kummerfelden ein geheimnisvolles Gesicht und that, als sei sie selbst nicht recht mit der Geschichte einverstanden.
Aber bald verriet sie sich, und es zeigte sich, daß sie Feuer und Flamme für den Plan war, — ganz wie die dummen Ratsmädel, und sie teilte mit, daß es sich darum handle, einen kleinen Garten zu fabrizieren aus Moos und mit einem Staket darum und einer Laube darin, gerade so einen Garten, wie die Jungfer Muskulus jeden Weihnachten welche geliefert habe, aber statt der Watteschäfchen, die sie hineinzustellen gewohnt sei, sollten Frauenzimmer in das Moos gesteckt werden.
„Diese Frauenzimmer … wartet,“ sagte die Kummerfelden, fuhr aber in ihrem Bericht nicht fort, sondern tappte die Treppe nach ihrem Heiligtum hinauf, kam mit einem Kästchen wieder zum Vorschein und stellte es vor die beiden Weiber hin.
Frau Fabian nahm den Deckel ab. „Potztausend!“ rief sie, „was sollen denn die? Das sind ja Puppen! — Püppchen!“
„Na, na, na!“ rief die Jungfer Muskulus, „darauf lasse ich mich nicht ein, das scheint mir denn doch bedenklich!“ Dabei rückte sie sich ihre dicke schwarze Perücke zurecht und machte eine auffallend mißtrauische Miene: „Das ist ja frevelhaft, Kummerfelden, Sie wollen doch nicht Ihren Spott mit der alten Excellenz treiben?“
„Sie sein ä Schaf, Muskulusen,“ antwortete die Kummerfelden, die, von Frau Fabian hingerissen, auch in das beglückende weimarische Idiom zu verfallen drohte.
„Wie werd’ ich einen Spott treiben? Vergessen Sie, was ich bin, ich bin Künstlerin.“
„Man vergißt das bei Dir vollkommen, das sei zu Deiner Ehre gesagt,“ brummte Frau Fabian.