„Die Muskulusen ist und bleibt ein Grünschnabel,“ fuhr die Kummerfelden fort, „und hat auch in nichts kein Einsehen, wie Du vorhin von der Justiz bemerktest, Fabian.“

„Das is mit den ledigen Frauenzimmern und wenn se auch ene Perücke tragen, so dick, wie en Fußsack, es is doch ewig was Halbes,“ bemerkte Frau Fabian gedankenvoll. „Nä, der Kummerfelden so was zuzumuten, daß sie de alte Excellenz nicht respektieren thäte!“

Jungfer Muskulus war unter ihrer Perücke feuerrot geworden.

„Na, nu, ’s is gut,“ sagte Frau Fabian. „Was kann ens dafür, wenn es unverehelicht ist? Es kann auch ens nichts dafür, wenn es en Buckel hat. Gewöhnlich,“ fuhr Frau Fabian fort, „haben die Kindsmädchen so ens fallen lassen; man kann nicht genug dahinter her sein. Na, was hast Du denn nun aber mit den Döckchen vor?“

„Das handelt sich nun eigentlich,“ sagte die Kummerfelden, „nicht um die alte Excellenz, sondern schon mehr um den jungen, um August von Goethe.“

„Na, sag’ ich’s nich,“ rief Frau Fabian, „die Kummerfelden macht sich in keiner Weise enes Verstoßes schuldig. Wenn’s auf August geht, dem thut’s nichts und schadet’s nichts, im Gegenteil. Er treibt’s zu arg, sag ich, und mit den Puppen, da scheint Ihr mir aufs rechte anzuspielen, auf die Frauenzimmer, meine ich.“

„Das ist’s,“ bemerkte die Kummerfelden, „ich möchte der Excellenz so ganz verblümt zu verstehen geben, daß es an der Zeit wäre, seinem August eine Frau auszusuchen, die dem gehörig auf dem Dache sitzt; denn das thut Not, wie wir wissen. Aber eine Geistreiche darf’s nicht sein; von der Eigenschaft haben sie genug hier.“

Frau Fabian fügte hinzu: „Nur nichts Scharfes mehr in die Lauge, meinte jene Köchin, die die Sauce versalzen hatte.“

„Fabian, mit Deinen Redensarten fährst Du einem immer dazwischen,“ rief die Kummerfelden ungeduldig. „Ich will Excellenz Goethe zu verstehen geben, daß er eine Frau wählen soll, die auf gute Wäsche hält, die sparsam ist, die nicht mit dreinredet und, wie gesagt, August gehörig — — —“ Hier zwinkerte die Kummerfelden mit den Augen. „Das sind die Ratsmädchen, die mich darauf gebracht haben, die hatten die Idee, August von Goethe ein Gärtchen mit allen seinen guten Freundinnen auszustaffieren. Ich weiß nicht, aber sie müssen etwas mit ihm gehabt haben — das schien mir so.“

„Die Krawatschen!“ rief Frau Fabian wohlgefällig, „und die Püppchens haben die Mädchen wohl selbst genäht?“