„Zieht rasch Euer Reitkleid an, ich höre die Tritte der Söldner.“

Während Machteld das Kleid anzog, öffnete sich die Tür. Die Magd trat ein und sagte:

„Der französische Edelmann läßt fragen, ob das Fräulein van Bethune bereit sei, und ob er vor ihr erscheinen dürfe.“

„Er mag kommen!“ war Marias Antwort.

Herr de Cressines war der Magd gefolgt und trat unmittelbar darauf in das Zimmer. Er verbeugte sich vor der Jungfrau, und man las in seinen mitleidigen Blicken, daß er diesen Auftrag widerwillig ausführte.

„Gräfin,“ sprach er, „deutet es mir nicht übel, wenn ich Euch ersuche, mir auf der Stelle zu folgen. Ich darf keinen Augenblick mehr säumen.“

„Ich werde mich gehorsam fügen,“ antwortete Machteld, die ihre Tränen zurückhielt. „Ich hoffe, mein Herr, daß Ihr mich vor aller Schmach bewahren werdet.“

„Ich versichere Euch, edle Dame,“ rief Cressines, den des Mägdeleins Ergebung rührte, „daß Euch kein Leid zugefügt werden soll, solange Ihr unter meinem Schutze steht.“

„Aber Eure Söldner, mein Herr?“

„Meine Söldner, Fräulein, sollen Euch kein Wort sagen. Diese Versicherung mag Euch genügen.“