„Auf Eure Gesundheit und Glück im Kriege.“
Doch kaum hatten nur einige Tropfen seinen Mund benetzt, so setzte er den Becher mit Widerwillen auf den Tisch.
„Was ist das? Fürchtet Ihr Euch vor dem edlen Trank? Die Vlaemen sind das nicht gewohnt,“ rief Leroux lachend.
„Das ist französischer Wein,“ antwortete Breydel so gleichgültig, als wäre der Widerwille ganz natürlich.
Die Söldner sahen einander verwundert an, und sichtlicher Ärger verfinsterte Leroux' Züge. Doch bestimmte ihn Breydels kalter Ausdruck, den Vlaemen ohne Auseinandersetzung zu seinem Sitz zurückzulassen. Mittlerweile hatte der Wirt das verlangte Bier gebracht, und der Obmann der Fleischer tat mehrere Züge, ohne auf die Franzosen zu achten.
„Nun denn, Kameraden,“ rief Leroux und hob den Becher, „laßt uns noch ein Glas leeren, damit man nicht sagen kann, wir verreisten mit trockener Kehle. Auf die Gesundheit der schönen Edelfrau.“
Jan Breydel kämpfte bei diesen Worten mit Mühe seine Aufregung nieder.
„Wenn während unserer Abwesenheit nur nichts vorfällt!“ meinte Leroux anzüglich, „die Brügger beginnen wieder zu murren und unruhig zu werden. Man müßte die Stadt einmal plündern, während wir in Frankreich sind.“
Breydel knirschte vor Wut mit den Zähnen, aber er hatte sein Gelübde und die Warnung De Conincks noch nicht vergessen. Er horchte noch gespannter, als Leroux fortfuhr: