Dann trat er an Breydel heran und sprach:

„Ihr lügt! Es lebe die Lilie!“

„Ihr selbst lügt! Und Heil dem schwarzen Löwen von Flandern!“ schrie Breydel ihm ins Gesicht.

„Kommt heran,“ fuhr der Franzose fort, „Ihr seid stark; ich will Euch beweisen, daß die Lilie vor keinem Löwen zu weichen braucht. Wir kämpfen bis auf den Tod!“

„Versteht sich, aber laßt uns schnell machen. Es freut mich, einen mutigen Feind gefunden zu haben; das ist der Mühe wert!“

Schon waren sie außerhalb des Kruges und schritten zwischen den Bäumen hin. Als sie einen bequemen Platz gefunden hatten, trat jeder einen Schritt zurück, und beide richteten sich zu einem furchtbaren Kampfe. Breydel warf seinen Dolch auf die Erde und streifte die Ärmel seines Wamses bis zu den Schultern auf; seine muskelstrotzenden Arme setzten die Söldner in Erstaunen, die abseits standen, um das Ringen mit anzusehen. Da Breydel keine andere Waffe als den Dolch hatte, warf Leroux seine Waffen ebenfalls von sich. Er wandte sich zu seinen Kameraden und sprach:

„Achtung, was auch geschehen mag, ich will nicht, daß man mir hilft. Dieser Kampf muß ehrlich abgemacht werden, denn mein Gegner ist ein tapferer Vlaeme.“

„Seid Ihr fertig?“ rief Breydel.

„Ich bin bereit!“ war die Antwort.