„Heut nachmittag, durchlauchtigster Herr, werden viertausend bewaffnete Weber auf dem Freitagsmarkt stehen; ich werde sie führen, wohin Ihr befehlt.“

„Und Ihr, Meister Breydel, werdet Ihr auch da sein?“

Breydel trat mit stolzem Selbstbewußtsein vor und entgegnete:

„Edler Graf, Euer Diener Breydel wird Euch nicht weniger als achttausend Gesellen liefern.“

Die Ritter bekundeten die größte Verwunderung.

„Achttausend!“ riefen sie wie aus einem Mund.

„Ja, ja, meine Herren,“ fuhr Breydel fort, „achttausend oder mehr. Alle Zünfte Brügges, nur die Weber ausgenommen, haben mich zum Anführer gewählt, und Gott weiß, wie ich mich für diese Gunst dankbar bezeigen werde. Heut mittag schon, wenn es Euer Edeln befiehlt, werden sich die getreuen Brügger auf dem Freitagsmarkt versammeln, und ich kann kühnlich behaupten, daß Euer Edeln an meinen Fleischern tausend Löwen in Euerm Lager haben; denn niemand ist ihnen gleich. Je eher, je lieber, edler Herr! Unsere Beile setzen schon Rost an.“

„Meister Breydel,“ sprach Gwijde, „Ihr seid ein tapferer, kühner Untertan meines Vaters. Das Land, das solche Männer hervorbringt, kann nicht lange in Sklaverei bleiben; ich danke Euch für Eure Tüchtigkeit.“

Ein freundliches Lächeln der umstehenden Ritter verriet, wie angenehm ihnen Breydels Worte gewesen waren. Der Obmann kehrte zu seinen Genossen zurück und flüsterte De Coninck ins Ohr:

„Ich bitte Euch, Meister, ärgert Euch nicht über das, was ich eben Herrn Gwijde gesagt habe. Ihr seid und bleibt mein Anführer, denn ohne Euern Rat würde ich nicht viel Gutes ausrichten. Meine Worte haben Euch doch nicht beleidigt?“